Honigbiene

Die Zusammensetzung von Honig

Honig ist das süße Ergebnis einer fast magischen Transformation. Bienen sammeln Nektar von Blüten und verwandeln diesen dann überaus geschickt in Honig, er besteht zu 80 Prozent aus Fruktose und Glukose und zu 16  bis 18 Prozent aus Wasser. Das richtige Verhältnis von Zucker und Wasser ist das wichtigste Qualitätsmerkmal für Honig. Die Bienen selbst sind Experten darin, das Verhältnis unter allen Umständen konstant zu halten. Während und nach der Ernte kann es aber zu Abweichungen kommen. Ist zu viel Wasser im Honig (beispielsweise aufgrund falscher Lagerung), so setzt eine Gärung ein und der Honig verdirbt.

Über 20 verschiedene Zuckerarten wurden in Honig nachgewiesen. Das wichtigste Enzym ist Invertase .  Die Bienen mischen es dem Honig bei, damit sich die im Nektar vorkommenden Mehrfachzucker (Saccharose) in die Einfachzucker Fruktose und Glukose spalten.

Seinen unverwechselbaren Geschmack verdankt der Honig verschiedenen flüchtigen Substanzen (ähnlich ätherischen Ölen), die in den Blüten sitzen. Mit einem pH-Wert von 3.9 ist Honig ziemlich säurehaltig, was aber durch seinen süßen Geschmack elegant überdeckt wird. . 

Steht ein Honig zu lange im Warmen, wird vermehrt Fruktose in Hydromethylfurfural (HMF) umgesetzt, was die Qualität des Honigs herabsetzt. Aber auch andere Wirkstoffe im Honig sind stark temperaturabhängig. Unsachgemäße Behandlung oder falsche Lagerung können dem Naturprodukt Honig schaden .

 

Der Nährwert von Honig

Ein Esslöffel Honig (21 Gramm) enthält 64 Kalorien. Die meisten Menschen empfinden Honig im Vergleich zu Zucker als süßer, weshalb Sie geringere Mengen davon verwenden.

 

Mediziner raten dringend davon ab, Kleinkindern unter 18 Monate mit Honig zu füttern! Bei einem Naturprodukt wie Honig ist es unvermeidbar, dass sich kleinere Mengen von Bakteriensporen wie beispielsweise Botulismus ansetzen. Das Immunsystem eines erwachsenen Menschen kann mit solchen Bakterien leicht fertig werden. Für Kinder kann dies jedoch zu Problemen führen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, bevor Sie Ihren Kindern Honig zum Verzehr geben.

Wabenhonig

Der Wabenhonig ( Mit Heide auch  Scheibenhonig genannt) wird exakt so geerntet, wie die Bienen ihn angelegt haben — in der vollständigen Wabe. In manchen Kulturen wird Wabenhonig als einzig »wahrer« Honig angesehen, weil nur bei dieser Gewinnungsform noch alle Nährstoffe enthalten sind. Schließlich kommt ein Wabenhonig erst dann mit Luft in Berührung, wenn Sie die Honigwabe direkt vor dem Verzehr entdeckeln,.

Es ist leider nicht so einfach, wirklich guten Wabenhonig herzustellen. Sie müssen eine Phase mit ausgiebigem Nektarfluss abwarten, damit die Bienen so richtig in Fahrt kommen. Dazu braucht es viele warme sonnige Tage mit exakt der richtigen Niederschlagsmenge, um eine breite Palette an blühenden Pflanzen zu gewährleisten. Die Ernte von Wabenhonig ist hingegen wesentlich einfacher als beim Schleuderhonig: Sie entnehmen einfach die vollständige Wabe, verpacken sie und fertig. Sie können die (essbaren) Wachswaben übrigens mitessen, lecker! 

 

Bienen der Imkerei Ahrens bei der Produktion von Köstlichem Honig
Bienen der Imkerei Ahrens bei der Produktion von Köstlichem Honig

Cremehonig

Diese Honigform ist in Europa sehr beliebt.  Honig kristallisiert früher oder später aus, sich also Zuckerkristalle absetzen. Bei der Herstellung von Cremehonig wird eben dieser Kristallisationsprozess ausgenutzt. Dazu wartet man geduldig den Moment ab, bis sich die ersten kleinen Kristalle bilden, ab diesem Moment wird der Honig gerührt um eine möglichst feine Kristallbildung zu erreichen Dann ist der Honig fest genug, um nicht mehr vom Brot zu fließen, bleibt aber dennoch geschmeidig und streichfähig. Die Herstellung von Cremehonig ist recht aufwendig, aber die Mühe lohnt sich auf jeden Fall!

Honigtauhonig

Diese Honigsorte entsteht nicht direkt aus Blütennektar. Bienen sammeln aber auch Ausscheidungen von Insekten wie Blattläusen, die sich ebenso von Nektar ernähren, und stellen daraus Honigtauhonig her.  

Es ist schwer, einen Honigtauhonig rein vom Geschmack her von »normalem« Honig zu unterscheiden. Er wird häufig mit Zusätzen wie »Eiche«, »Wald« oder »Tanne« verkauft, um kenntlich zu machen, von welchem Honigtau sich die Insekten ernährten.

Die Herkunft macht den Honig

Die Beschaffenheit und der Geschmack des  geernteten Honigs hängt stark davon ab, in welcher Klimazone die Bienen gehalten werden und welche Boden- und Pflanzensorten vorherrschen. Wie bei den Winzern spricht man vom Terroir.                                                           

Sie werden überrascht sein, welch starken Einfluss diese Dinge auf den Geschmack eines Honigs haben! Honig in seiner regionalen und saisonalen Vielfalt ist ein niemals endendes kulinarisches Abenteuer. Ich empfehle jedem Imker, sich regelmäßig mit befreundeten Imkern aus anderen Ländern zu treffen und deren Honigvarianten auszuprobieren, um ein Gefühl für die unermessliche Reichhaltigkeit des Honigs zu entwickeln.

 

Manche Imker schränken ihre Bienen jedoch auf ein sehr enges Trachtangebot ein. Der dabei entstehende Honig wird als Sortenreiner Honig bezeichnet. Für die Herstellung sortenreinen Honigs braucht es aber große Gebiete, auf denen ausschließlich eine Trachtpflanze wächst. Zudem muss das Timing genau passen: Genau in dem Moment, wenn die Tracht ihren Nektar abgibt, müssen Ihre Bienen zu Höchstleistungen gewillt sein. Andererseits macht es riesigen Spaß, in einem Feinschmeckergeschäft die leckere Vielfalt verschiedenster reiner Honigsorten aus aller Welt zu kosten .   

 

 

Die beliebtesten Honigsorten

Akazienhonig: Diesen Honig können Sie ganz einfach an seiner blassgelben Farbe erkennen. Er schmeckt lieblich-süß mit einer Note von Aprikose und Ananas.

Buchweizenhonig: Eine der dunkelsten und geschmackintensivsten Honigsorten. Sein intensives Aroma wirkt beim ersten Mal eventuell etwas befremdlich. Auf Dauer wird Sie der Beigeschmack (ein bisschen wie Schokolade oder dunkles Bier) aber sicher überzeugen. Ideal zum Backen geeignet.

Kastanienhonig: Eine wahre Delikatesse! Trachtzeit ist zwischen Juni und August, die Kastanien selbst reifen erst im Herbst. In vielen Gegenden werden Feste anlässlich der Ernte dieses erdig und leicht bitter schmeckenden Honigs gefeiert...

 

Lindenhonig: Vor allem für Großstadtimker eine beliebte Sorte, da Linden in Städten häufig Straßenalleen säumen. Lindenblüten enthalten sehr viel Nektar. Der daraus hergestellte Honig schmeckt sehr süß mit einer Note von Minze.

 

Wichtiges rund um den Honig

 

Zu Honig gäbe es noch unendlich viel mehr zu sagen. Es folgt eine Zusammenstellung spannender Wissenshappen, dank derer Sie vielleicht bei »Wer wird Millionär?« gewinnen.

 

 

Ein alter Brauch verlangt von einem frisch verheirateten Paar, einen Monat (also eine Mondphase) lang Honigwein zu trinken. Dies führe dann zur Geburt eines Sohnes, so der Brauch. In der englischen Sprache ist diese Sitte durch den Ausdruck »Honeymoon« für die Flitterwochen verbürgt.

 

Das Bild der Honigbiene wurde von vielen Königen und spirituellen Meistern als Symbol verwandt. Bienen tauchen auch als Prägung auf alten Münzen und in der Mythologie auf.

 

Ein Liter Honig wiegt 1,4 Kilogramm.

 

Der schottische Likör »Drambuie« enthält Heide-Honig.

 

Im alten Rom wurden Steuern mit Honig beglichen. Was wohl Ihr Finanzamt dazu sagen würde?

 

In ägyptischen Pharaonengräbern wurde Honig gefunden, der immer noch essbar war. Was für eine Mindesthaltbarkeitsdauer!

 

Um ein Kilogramm Honig herzustellen, müssen Bienen zu über vier Millionen Blüten fliegen. Sie legen dabei eine Strecke von über 80.000 Kilometern zurück!

 

Bei einem einzigen Sammelflug besucht eine Sammlerin 50 bis 100 Blüten um Honig zu sammeln. 

Honig vom Imker ein besonderes Produkt.

 

 

 


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